Endlich, nach vier Jahren Abstinenz hatte ich nun mal wieder Zeit bei den
Wikingern vorbei zu schauen. Wikinger? Ja genau, die coolen rauen Jungs von 900
n. Chr., die mit ihren Segelschiffen gern auf Plündertour gingen. Aber natürlich
sind das heute alles ganz normale Leute (obwohl, da müsste ich noch mal drüber
nach denken
), die in einem Verein sind und als Hobby versuchen das Leben der
alten Wikinger nach zu leben.
Sie schlafen an Wochenenden auf einer großen Wiese oder Lichtung im Zelt auf
Stroh und Schaffellen, nähen sich die Kleider selbst aus Leinen, schnitzen
Löffel, Schalen und Tassen und der “Dorfschmied” macht Messer und Schwerter.
Für ein Kettenhemd braucht man 3 Jahre, denn jeder einzelne Ring wird mit einer
Zange auf und zugebogen - und das ist schon schnell. An meinem Löffel mit
keltischem Muster habe ich 2 lange Tage geschnitzt. Das ging nach dem Aufstehen
mit der Sonne los bis Abends am Feuer bei Med (Honigwein), Brot und Fleisch.
Über die Wikinger kann man Bände schreiben und über den Verein auch. Aber ich
glaub, sollte “Welt der Wunder - Schau Dich Schlau” nun weiter gehen, dann werd
ich lieber mal ne Sendung machen
- muss ich nur noch Hendrik Hey überreden
und dann geht da los
.
Aber zwei Geschichten will ich hier trotzdem schnell erzählen:
1. Wikinger hatten keine Hörnerhelme!!!
Ja, es stimmt. Wikinger hatten keine Hörnerhelme. Es wurde zwar mal ein Helm mit
Hörnern gefunden, doch der war vielleicht von einer Aufführung, bei der einfach
die bösen Wikinger “Teufels-Hörner” bekamen, damit man sie im wilden Gerangel
erkennt.
Seit dem haben die Wikinger in Filmen, auf Bildern oder in Comics immer diese
Dinger auf, aber mal im Ernst, auf jedem Segelboot hätten sie sich doch mega
verheddert und wären beim Reiten mit diesen Meter langen Hörnern in den
Baumkronen hängen geblieben. Blöd ist nur:
würde man die Hörner jetzt weg lassen, wären die Wikinger als solche nicht mehr
zu erkennen. Deshalb lässt man es trotz besseren Wissens bleiben. Also Fazit:
Wikinger hatten keine Hörner-Helme. Glaubt mir einfach
2. Löffel als Liebeserklärung
Das ist meine Lieblings-Geschichte. Wenn ein Mann einer Frau seine Liebe
bekunden wollte, dann hat er ihr einen Löffel geschnitzt - und Je Größer Der
Löffel, Um So Größer Die Liebe! Das ging sogar soweit, dass es ganze Kellen
oder Schüsseln mit Stiel wurden mit wunderschönen Verziehrungen. Und es sollte
heißen: Ich will mein Leben lang aus Deinem Topf essen. Ist das nicht
romantisch? Und da soll noch mal einer sagen die Wikinger waren nur Plünder-
und Prügelknaben.





